Normalerweise gilt: Wer langfristig vermietet, muss keine Umsatzsteuer zahlen. Wer dagegen – etwa als Hotelier oder Pensionsinhaber – nur kurzfristig Gäste beherbergt, muss auf die betreffenden Einnahmen Umsatzsteuer an den Fiskus abführen. 

 

Was aber gilt, wenn Sie an Flüchtlinge vermieten? Diese bleiben ja häufig gar nicht so lange in Ihrer Wohnung. Ist die Vermietung nun umsatzsteuerpflichtig oder umsatzsteuerfrei?

Zum Glück für alle Vermieter herrscht in diesem Punkt bereits Klarheit: In aller Regel bleiben Flüchtlingsunterkünfte steuerfrei, so der Tenor einer Verfügung der Oberfinanzdirektion Frankfurt am Main (OFD, Verfügung v. 21.3.2016, S 7168 A – 15 – St 16).

Das gilt selbst dann, wenn die Bewohner nicht mindestens 6 Monate oder länger in der entsprechenden Unterkunft bleiben, sondern nur kurzfristig darin wohnen. Es kommt auf die Laufzeit der Verträge und nicht die tatsächliche Aufenthaltsdauer der untergebrachten Personen in der vermieteten Unterkunft an.

An Flüchtlinge vermieten: Wie lange Ihr Mietvertrag mindestens laufen muss 

Das A und O für die Umsatzsteuerfreiheit ist eigentlich eine lange Vertragslaufzeit. Da Vermieter von Flüchtlingsunterkünften üblicherweise Mietverträge mit einer Mindestlaufzeit von 6 Monaten abschließen, heißt das: Allein damit liegt schon eine langfristige und damit umsatzsteuerfreie Vermietung vor.

Diese ist auch dann gegeben, wenn sich die gezahlte Miete nach der tatsächlichen Auslastung richtet. Oder wenn die dort wohnenden Personen schnell wieder ausziehen: Es kommt auf die vereinbarte Vertragsdauer (mindestens 6 Monate bzw. unbefristeter Vertrag) an, unabhängig davon, wie lange die Bewohner tatsächlich bleiben!  

Ebenfalls steuerfrei: Die Zusatzleistungen wie Bettwäsche und der Hausmeister

Noch eine weitere Frage stellt sich in diesem Zusammenhang: Selbst wenn die gezahlte Miete von der Umsatzsteuer befreit ist, was gilt für die sonstigen Leistungen, die der Vermieter einer Flüchtlingsunterkunft erbringt? Also beispielsweise das Bereitstellen von Bettwäsche? Oder die regelmäßige Gebäudereinigung? Oder das Aufstellen von Waschmaschinen und Trocknern? Oder die Beschäftigung von Hausmeistern und sonstigem Personal?

Hier greift zum Glück ein Grundsatz, der im Umsatzsteuerrecht sehr häufig gilt: Der Steuersatz für diese sogenannten Nebenleistungen richtet sich nach dem der Hauptleistung.

Und in diesem Fall ist die Sache laut OFD Frankfurt glasklar: Die Hauptleistung ist die umsatzsteuerfreie Vermietung der Unterkunft. Folglich bleiben auch die genannten Nebenleistungen von der Umsatzsteuer befreit.