Ein selbstständiger Steuerberater hatte ein häusliches Arbeitszimmer, das einen Flächenanteil von 8 Prozent seines Hauses ausmachte. Das Haus gehörte zum Betriebsvermögen.

Für rund 38.000 Euro ließ er ein Bad innerhalb des Hauses modernisieren, sodass es barrierefrei war. Die Kosten wollte er mit 8 Prozent – und damit 3.040 Euro – bei seinen Einkünften aus selbstständiger Arbeit als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen.  

Leider hatte das Finanzamt etwas dagegen und lehnte seinen Einspruch ab. Daraufhin klagte der Steuerberater gegen die Behörde.

FG urteilt: Kosten flächenanteilig absetzbar

Vor dem Finanzgericht Münster bekam er Recht (FG Münster, Urteil v. 18.3.2015, 11 K 829/14 E). Weil das gesamte Haus im Betriebsvermögen stehe, seien die Modernisierungskosten absetzbar, so die Richter.

Der Steuerberater habe korrekterweise 8 Prozent abgesetzt, also den Flächenanteil seines Arbeitszimmers am gesamten Haus.

Steuervorteil: Das Haus gehörte zum Betriebsvermögen

Für das Urteil war wesentlich, dass das Haus im Betriebsvermögen stand. Denn: Durch die umfassende Badmodernisierung erhöhte sich der Wert des gesamten Hauses.

Das heißt automatisch: Wird später einmal das Haus aus dem Betriebsvermögen entnommen, muss der höhere Wert zu 8 Prozent als Privatentnahme versteuert werden. Typisches Beispiel: Der Steuerberater, dem das Haus gehört, setzt sich zur Ruhe und braucht das Arbeitszimmer jetzt nicht mehr.

Deswegen sei es nur fair, diejenigen Umbauten und Modernisierungen jetzt steuerlich zu berücksichtigen, die zu einer Wertsteigerung führten. 

Modernisierungskosten sind nicht absetzbar, wenn es um ein Privathaus geht 

Eine Chance, solche Umbaukosten flächenanteilig abzusetzen, haben Sie nur als Selbstständiger, nicht aber als Angestellter. Und selbst dann ist diese Möglichkeit nicht immer gegeben: Denn es kommt maßgeblich darauf an, ob Ihr Haus im Betriebsvermögen steht oder nicht.

Haben Sie die Immobilie tatsächlich vollständig dem Betriebsvermögen zugeordnet, dürfen Sie die Umbaukosten auch absetzen – und zwar, wie bereits gesagt, mit dem Flächenanteil, den Ihr Arbeitszimmer an der Gesamtimmobilie ausmacht.