Wie machen Sie eine Immobilie behindertengerecht? Etwa, indem Sie die Türschwellen entfernen (lassen), damit ein Rollstuhl oder Rollator problemlos von einem Raum in den anderen fahren kann. Oder indem Sie die Duschwanne durch ein schwellenloses Duschelement ersetzen, damit auch eine gehbehinderte Person nicht über einen hohen Rand steigen muss.

Behindertengerechter Umbau: Was Sie von der Steuer absetzen können

Neben einem höheren Toilettensitz und ein unterfahrbares Waschbecken müssen möglicherweise noch zusätzliche Haltegriffe montiert werden. Oft sind es nicht bloß kleine Maßnahmen, die notwendig sind, um Ihre Wohnung behinderten- bzw. altersgerecht umzubauen – und entsprechend teuer sind dann auch Ihre Arbeits- und Materialkosten. Gut zu wissen, dass Sie diese Kosten absetzen können.

Fallen sie in einem Mietobjekt an, vollständig. Fallen sie im Eigenheim an, leider nur eingeschränkt. 

Mietobjekt: Behindertengerechte Umbaukosten sind Werbungskosten

Heben Sie als Vermieter alle Rechnungen vom Umbau auf und machen Sie diese steuerlich geltend. Das betrifft sowohl die Handwerkerrechnungen als auch die Rechnungen über die Materialkosten, falls Sie selbst die Umbauten vorgenommen haben. Das sind Werbungskosten, die Sie in der Anlage V („Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung“) eintragen können.

Aber Achtung: Wenn Sie den Umbau binnen 3 Jahren nach dem Kauf vornehmen, dürfen Ihre Umbaukosten maximal 15 Prozent der Anschaffungskosten betragen, sonst zählen sie als „nachträgliche Anschaffungskosten“. Die können Sie dann nur zusammen mit der Immobilie über 50 Jahre abschreiben, nicht aber alles auf einmal absetzen.

Eigenheim: Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen

Im Eigenheim haben Sie zwei Möglichkeiten, die Kosten für einen behindertengerechten Umbau von der Steuer abzusetzen: Entweder, Sie machen die gesamten Kosten als außergewöhnliche Belastungen geltend. Oder Sie setzen einen Teil als haushaltsnahe Handwerkerleistungen ab. Beides hat Vor-, aber auch Nachteile.

Außergewöhnliche Belastung: Nur bei zwingenden Kosten

An die Absetzbarkeit als außergewöhnliche Belastungen stellt der Fiskus hohe Anforderungen. Möglich ist das nur, wenn die Maßnahme zwangsläufig, also unumgänglich ist. 

Das ist etwa der Fall, wenn ein Mitglied Ihres Haushalts schwer gehbehindert ist, und Sie deshalb die Wohnung barrierefrei machen müssen, damit diese Person weiterhin darin leben kann.

Vorteil: Sie können die gesamten Kosten – also auch die Materialkosten – steuerlich absetzen.

Nachteil: Sie müssen hinnehmen, dass das Finanzamt die sogenannte zumutbare Belastung davon abzieht. Das sind, entsprechend Einkommen, Familienstand und Zahl kindergeldberechtigter Kinder, zwischen 1 und 7 Prozent Ihres Einkommens.

Schöner als bisher darf es nicht aus Sicht des Finanzamts werden 

Außerdem schaut das Finanzamt genau hin, ob Sie sich nicht auf Kosten des Staates gleichzeitig mit dem Umbau auch eine deutliche Werterhöhung Ihrer Immobilie genehmigen, sich also im Rahmen der Umbaumaßnahmen eine teurere Ausstattung gönnen als bisher. 

Umbaukosten sind haushaltsnahe Handwerkerleistungen

Leichter haben Sie es, wenn Sie als Selbstnutzer die Kosten als haushaltsnahe Handwerkerleistungen geltend machen.

Vorteil: Das geht immer.

Nachteil: Sie können nur die reinen Arbeitskosten absetzen. Außerdem werden von haushaltsnahen Handwerkerleistungen nur 20 Prozent, maximal aber 1.200 Euro pro Jahr anerkannt, die direkt von Ihrer Steuerschuld abgezogen werden. Ihr persönlicher Steuersatz ist aber meistens höher, nämlich je nach Einkommen bis zu 42 Prozent. Die Ersparnis fällt also vergleichsweise gering aus.