Es müffelt, es bläst und überall ist Dampf!“ So ungefähr hören sich die Klagen eines Mieters an, der sich über die Abluft eines Ablufttrockners ärgert, der direkt in sein Wohnzimmerfenster rüber zieht.   

 

Für den Vermieter eine verzwickte Situation: Einerseits darf sein Mieter die üblichen Haushaltsgeräte aufstellen. Andererseits beschwert sich der andere Mieter zu Recht über die stickige Abluft  in seinem Wohnzimmer. Und jetzt?

Das passende Urteil für jede Vermieter-Situation

Man muss manchmal ziemlich lange blättern und klicken, um zu einem alltäglichen Fall das passende Urteil zu finden. Das ist eigentlich ein ganz gutes Zeichen, denn vieles lässt sich viel einfacher im Gespräch statt vor Gericht klären.

So auch dieser Alltagsfall: Ein Mieter kaufte sich einen Ablufttrockner und legte den Schlauch aus seinem Kellerfenster hinaus nach draußen. Der Wäschedampf zog direkt nach oben zum Erdgeschossmieter. Der zeigte sich darüber erwartungsgemäß wenig begeistert und beschwerte sich prompt beim Vermieter.

Abluft statt Wäscheduft: Wann der Mieter mindern darf

Tatsächlich gibt es Urteile, die einem Mieter in einem solchen Fall ein Mietminderungsrecht zugestehen. 10 % sind für den dampfbelästigten Mieter drin (LG Köln, Urteil v. 20.12.1989, 10 S 201/89).

Und was sagen Sie Ihrem Mieter mit dem Trockner: Darf der den Schlauch weiter nach draußen hängen?

Der Trockner zählt zu den erlaubten Haushaltsmaschinen

Einerseits ist es so: Das Aufstellen eines Trockners gehört zum vertragsgemäßen Gebrauch der Mietsache. Es handelt sich dabei um eine „gebräuchliche Haushaltsmaschine“, die der Mieter während der üblichen Zeiten und in der üblichen Dauer nutzen darf.

Allerdings gilt das bei einem Trockner mit kleinen Einschränkungen: Die Abluft muss ohne Belästigung der anderen Hausbewohner abgeleitet werden. Das ergibt sich zum einen aus § 906 Abs. 3 BGB, wonach die Zuführung von Dämpfen und Gerüchen durch eine besondere Leitung immer unzulässig ist.

Es gilt das „Gebot der Rücksichtnahme“

Außerdem muss jeder Mieter in einem Mehrfamilienhaus das geltende, vertragsimmanente Gebot der Rücksichtnahme beachten.

Damit ist es unvereinbar, wenn der Mieter die Abluft seines Wäschetrockners einfach mit einem Kunststoffschlauch durch ein geöffnetes Fenster nach draußen ins Freie leitet und durch die Dämpfe und Gerüche Mitbewohner belästigt werden.

Was also tun? Mahnen Sie den Mieter wegen der Abluft ab und fordern Sie ihn unter Fristsetzung auf, den Abluftschlauch zu entfernen. Bis es so weit ist, kann ein beeinträchtigter Mitbewohner weiterhin die Miete mindern.