Wann haben Sie das letzte Mal Ihre Mietwohnung ausgemessen? Klar, die wächst nicht, aber eine einmal falsch gemessene Wohnfläche „schleppen“ Sie bei jedem Mietvertrag und jeder Betriebskostenabrechnung oder Mieterhöhung mit – und das kann teure Folgen haben. 

Falls Sie sich jetzt fragen, wie teuer eine falsche Wohnfläche für Sie werden kann und wie der BGH bei Wohnflächenabweichungen entscheidet (nicht immer vermieterfreundlich), sollten Sie diese 5 wichtigen Wohnflächenurteile kennen.

BGH zur Wohnfläche: Diese Grundsatzurteile sollten Sie kennen

Schönheitsreparaturen und Wohnfläche: Das sind im Moment offensichtlich die Lieblingsthemen des BGH. Jedenfalls gibt es dazu regelmäßig neue Urteile. Dabei sollten Sie diese 5 Grundsatzurteile zur Wohnfläche kennen.

1.         Wann der Mieter mindern darf

Ist die Wohnfläche einer Wohnung um 10 % kleiner als im Mietvertrag angegeben, stellt dies einen Mangel der Mietsache dar, der den Mieter zur Mietminderung berechtigt (BGH, Urteil v. 24.3.2004, VIII ZR 295/03).

2.         Warum Ihnen eine Zirka-Angabe wenig nützt

Auch wenn Sie die Wohnfläche im Mietvertrag nur mit „Zirka“ angegeben haben, darf der Mieter die Miete mindern, wenn die tatsächliche Wohnfläche von der im Mietvertrag angegebenen Wohnfläche um mindestens 10 % abweicht (BGH, Urteil v. 10.3.2010, VIII ZR 144/09).

3.         Was gilt, wenn Sie die Miete erhöhen wollen

Bei einer Mieterhöhung auf die ortsübliche Vergleichsmiete kommt es auf die tatsächliche Wohnfläche an, auch wenn die Flächenabweichung laut Mietvertrag um weniger als 10 % abweicht (BGH, Urteil v. 18.11.2015, VIII ZR 266/14).

Weicht die im Mietvertrag vereinbarte Wohnfläche von der tatsächlichen Wohnfläche ab, dürfen Sie Ihrer Betriebskostenabrechnung nur so lange die vereinbarte Wohnfläche zugrunde legen, sofern die Abweichung nicht mehr als 10 % beträgt (BGH, Urteil v. 31.10.2007, VIII ZR 261/06-2).

5.         Wann Sie dem Mieter überzahlte Miete zurückzahlen müssen

Stellt der Mieter fest, dass seine Wohnung tatsächlich kleiner ist als im Mietvertrag angegeben, kann er die überzahlte Miete vom Vermieter zurückfordern. Sein Anspruch verjährt nach § 195 BGB innerhalb von 3 Jahren. Die Verjährungsfrist beginnt ab dem Zeitpunkt zu laufen, ab dem der Mieter von der Flächenabweichung erfährt (BGH, Urteil v. 29.6.2011, VIII ZR 30/10).