2010 legte die Bundesregierung als Klimaziel fest, dass innerhalb von 40 Jahren Häuser, Büros und sonstige Bauten dank energetischer Sanierung klimaneutral werden sollen. Aber Sie wissen ja, wie das mit Plänen manchmal ist: Die können sich auch mal ändern oder verschieben, wie man am Hauptstadtflughafen, dem Bahnhof Stuttgart oder der Elbphilharmonie sieht. 

Ähnlich sieht es derzeit auch beim Klimaziel für Gebäude aus.

Bis 2050 sollen fast alle Gebäude in Deutschland klimaneutral sein, so will es jedenfalls die Bundesregierung.

Doch der Sanierungsfahrplan kommt trotz großer Anstrengung der Politik und zahlreicher Förderangebote nicht zügig genug voran. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) fordert daher einen Strategiewechsel.

Energieziele können nur mit Strategiewechsel erreicht werden

Die Politik der vergangenen Jahre muss grundsätzlich überdacht werden“, sagt Ralph Henger. Der IW-Immobilienexperte stellt in einem Gutachten fest, dass Deutschland viel in hohe Standards und Leuchtturmprojekte wie das Passivhaus investiert hat, statt zunächst in der Breite zu sanieren, um den Energiebedarf langfristig zu senken.

Denn nur wenn möglichst viele Gebäude energieeffizienter werden – selbst auf einem niedrigeren Niveau als zunächst geplant – können die Klimaziele erreicht werden.

Das Ziel klimaneutraler Gebäude geht damit nicht verloren, es wird sogar langfristig wahrscheinlicher“, erklärt Henger und fordert von der Bundesregierung einen neuen Sanierungsfahrplan.

Eine wichtige Rolle spielen dabei auch Energieberater“, sagt Henger. Um möglichst viele Hausbesitzer für Sanierungen zu gewinnen, müssen sie gezielt beraten werden, zudem muss die Bundesregierung das gesamte Fördersystem für Beratungen und Sanierungen vereinfachen.