Gartenpflegekosten zählen zu den umlegbaren Betriebskosten

Für Ihr Mietshaus ist die Frage schnell geklärt. Jedenfalls wenn Sie im Mietvertrag vereinbart haben, dass Sie die Betriebskosten entsprechend dem Betriebskostenkatalog von § 2 Betriebskostenverordnung umlegen dürfen.

Dass Sie Gartenpflegekosten umlegen dürfen, steht im Betriebskostenkatalog in § 2 Nr. 10 Betriebskostenverordnung.

Zu den Gartenpflegekosten, die Sie auf Ihre Mieter im Rahmen der Betriebskostenabrechnung umlegen dürfen, gehört unter vielem anderen auch das Erneuern von z.B. verblühten, erfrorenen oder „abgefressenen“ Pflanzen.

Wollen Sie also die erfrorene Hortensie im Garten ersetzen, dürfen Sie die Kosten für die Ersatzbepflanzung dem Mieter auf die Betriebskostenabrechnung setzen.  

Gartenpflegekosten: Der Blick ins Grüne reicht

Die Kosten für die Gartenpflege dürfen Sie als Vermieter auch dann umlegen, wenn Ihr Mieter die Rasenfläche oder das Beet nicht einmal betreten darf (BGH, Urteil v. 26.5.2004, VIII ZR 135/03, WM 2004, S. 399). Allein der Blick ins Grüne rechtfertigt es, dass Sie dem Mieter die Gartenpflegekosten auf die Betriebskostenabrechnung setzen dürfen (LG Berlin, Urteil v. 26.4.2002, 64 S 181/01, GE 2002, S. 931).

Ist der Garten allerdings z. B. nur über die Balkontür eines Mieters erreichbar, dürfen Sie die Gartenpflegekosten nicht den anderen Mieter auf die Abrechnung setzen. Es muss sich vielmehr um einen allgemein zugänglichen Garten handeln. Ob der Mieter den Garten tatsächlich nutzt, steht auf einem anderen Blatt.

Buchsbaumzünsler: Wer den neuen Buchs zahlen muss

Gleiches gilt, wenn der Buchsbaumzünsler von Ihrem Buchsbaum im Vorgarten Ihres Mietshauses nur noch dürre Äste und vertrocknete Blätter übrig gelassen haben. Auch dann dürfen Sie die Kosten für die neuen Pflanzen als Gartenpflegekosten nach § 2 Nr. 10 Betriebskostenverordnung auf den Mieter im Rahmen der Betriebskostenabrechnung umlegen.

Allerdings gilt das mit der Umlage nur, wenn Sie bestehende Pflanzen ersetzen, aber nicht, wenn Sie erstmalig den Vorgarten neu anlegen.  

Wie Ihr Mieter mit der Gartenrechnung Steuern sparen kann

Die Rechnung für den neuen Buchs oder die erfrorenen Hortensien sollten Sie gleich in Ihrem Betriebskostenordner abheften.

Lassen Sie zum Erneuern der Pflanzen extra einen Gärtner kommen, wird die Rechnung zwar meist höher ausfallen, allerdings kann es für den Mieter unterm Strich doch noch günstiger werden. Das Zauberwort dafür heißt haushaltsnahe Dienst- und Handwerkerleistung. Danach dürfen Sie die Rechnung des Gärtners zwar immer noch als Betriebskosten bei den Gartenpflegekosten umlegen.

Gleichzeitig stecken darin jedoch aber auch haushaltsnahe Dienst- bzw. Handwerkerleistungen, die für die Steuererklärung Ihres Mieters wichtig sind. Jedenfalls dann, wenn auf der Gärtnerrechnung die Lohnkosten und Anfahrtskosten extra ausgewiesen sind. 

Gartenpflege: Wie die erfrorene Hortensie beim Finanzamt landet  

Weisen Sie die haushaltsnahen Dienst- und Handwerkerrechnung in Ihrer Betriebskostenabrechnung extra aus bzw. bescheinigen Sie dem Mieter die haushaltsnahen Dienst- und Handwerkerleistungen, die in seiner Betriebskostenabrechnung stecken. So kann er 20 % der Kosten für den Gärtner über seine Steuererklärung wieder reinholen.

Das gilt übrigens auch für Sie, wenn Sie für Ihr Privathaus den Gärtner kommen lassen. Bei einer Rechnung über 400 Euro ohne Materialkosten sparen Sie so mal schnell ohne große Mühe 80 Euro unterm Strich. Nicht schlecht, oder?