„Die immobilienwirtschaftliche Forschung ist im Vergleich zu anderen Forschungsfeldern noch relativ jung“, sagte Professor Marco Wölfle, Wissenschaftlicher Leiter des Center for Real Estate Studies, einem Gemeinschaftsinstitut von DIA und Steinbeis Hochschule Berlin.

Während sich viele Arbeiten an der Investorenperspektive orientierten und Themen aus Sicht der Immobiliennutzung weit weniger häufig im Fokus der deutschen Forschung stünden, zeichneten sich die beiden gekürten Dissertationen durch eine „erfreuliche Weiterentwicklung“ aus, so Wölfle weiter. Denn sie stellten die Nutzerperspektive in den Mittelpunkt.

In Schäfers Arbeit komme zudem ein disziplinübergreifender Ansatz zum Tragen. Transferorientierte Forschung spiele gerade in der Immobilienwirtschaft eine bedeutende Rolle, da die Branche zum großen Teil aus klein- und mittelständischen Unternehmen ohne eigene Forschungsabteilungen bestehe. Der intensive Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis liefere die Basis für Innovationen.

„Philipp Schäfer beschäftigt sich in seiner Dissertation mit Fragestellungen rund um das Thema touristische Attraktivität in Städten und den damit verbundenen Implikationen für Wohnungsmärkte“, führte Wölfle aus. Die Arbeit sei als kumulative Dissertation konzipiert, die drei Hauptaufsätze seien jeweils gemeinsam mit einem anderen Autor verfasst worden.

Die Arbeit überzeuge vor allem durch die statistische und ökonometrische Herangehensweise und die Verbindung unterschiedlicher Methoden bei der Datensammlung und Analyse.

„Die Dissertation von Andreas Mense, die sich aus fünf Aufsätzen zusammensetzt, analysiert die Bewertung von Umweltgütern unter Unsicherheit sowie die Kapitalisierung von Energieeffizienz in Immobilienpreisen“, führte Wölfle aus. Mense habe dabei ein theoretisches Modell entwickelt, das über den Standardansatz der hedonischen Preismessung hinaus auch die Kosten eines Ortswechsels und Unsicherheit berücksichtige.