Es bedürfe eines neuen Bebauungsplans, um die unterschiedlichen Nutzungen entsprechend zu berücksichtigen, so die Anwälte. Zudem sollten Kommunen die Herstellung der Infrastruktur nicht auf die Investoren verlagern, auch Bewohner müssten mehr Realitätsbewusstsein und Toleranz entwickeln.

Maßgebliche Herausforderungen bei Nachbarschaftskonflikten seien Lärm, Gesundheit, der Kinder- und Jugendschutz und die Wohnqualität. Der Vergleich von Vergangenheit und Gegenwart zeige eine veränderte Geschwindigkeit bei der Entwicklung von Immobilien.

Während früher für eine Nutzungsart und eine mehr als 20-jährige Nutzungsdauer konzipiert worden sei, gebe es heute eine rasante Veränderung der Nutzungsarten und ihrer Mischung. Neue Nutzungen entständen, offene Konzepte wie Open Space träten hinzu.

Als Praxisbeispiel für die Problemfelder und gelungene Lösungen bei der Entwicklung gemischt genutzter Quartiere präsentierte Rechtsanwältin Christiane Stoye-Benk die Ulmer Sedelhöfe. Der Trend zu mehr Urbanität führe zu größerer Dichte auch konkurrierender Nutzungen. Investoren und Projektentwickler müssten sich auf die damit verbundenen Herausforderungen einstellen.

Der Gesetzgeber sei gefordert, die Bauleitplanung offener und flexibler zu gestalten. Mit dem Urbanen Gebiet sei ein Anfang gemacht, weiterer Änderungsbedarf, um die Versäumnisse der Vergangenheit zu korrigieren, stehe im Raum.