Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, sich aufzuschreiben, wie oft und warum Sie zu Ihrer vermieteten Immobilie fahren müssen? Mit so einem „Fahrtenbuch“ lassen sich nämlich Steuern sparen. Genauer gesagt können Sie 0,30 Euro pro Kilometer von der Steuer absetzen. Tja, jetzt fangen Sie sicherlich schon insgeheim an, zu rechnen.

 

Falls Sie darüber grübeln, ob Sie beim Berechnen Ihrer Fahrtkosten jeden gefahrenen Kilometer mitrechnen dürfen oder ob es auf den Entfernungskilometer ankommt, können Sie sich an diesem Urteil des Bundesfinanzhofs orientieren.   

Fahrtkosten: Was Sie als Vermieter absetzen dürfen

Sie kennen das wahrscheinlich als Arbeitnehmer von Ihrer Steuererklärung: Als Pendler können Sie für die Fahrten zur Arbeit („regelmäßige Arbeitsstätte“) nur die Entfernungskilometer absetzen. Also die einfache Strecke in Kilometern, multipliziert mit der Kilometerpauschale von 0,30 Euro.

Dagegen dürfen Sie bei einer Dienstreise oder sonstigen beruflich bedingten Fahrten die tatsächlich gefahrene Strecke (doppelte Entfernung) als Werbungskosten absetzen.

Was gilt aber nun für Sie als Vermieter, wenn Sie zu ihrem Mietobjekt fahren, um z. B. den Heizungsmonteur einzuweisen oder einem neuen Mieter die Wohnung zu zeigen? Dazu hat sich der Bundesgerichtshof eindeutig geäußert (BFH, Urteil vom 1.12.2015, IX R 18/15).

Gelegentliche Fahrten: tatsächlich gefahrene Kilometer absetzbar

Wenn Sie Ihr Mietobjekt nur gelegentlich aufsuchen, um dort nach dem Rechten zu sehen, den Rasen zu mähen, kleinere Reparaturen durchzuführen oder bestellte Handwerker zu beaufsichtigen, dann gilt: Sie können die volle Strecke – also den Hin- und den Rückweg – steuerlich geltend machen.

Das heißt: Sie notieren sich 3 Dinge

  1.  das Datum, wann Sie zu Ihrem Mietobjekt gefahren sind,
  2.  den Kilometerstand beim Start der Fahrt und bei der Rückkehr und
  3.  den Zweck der Fahrt.

Am Ende des Jahres ermitteln Sie dann die insgesamt in Sachen „Mietobjekt“ zurückgelegten Kilometer und nehmen die Gesamtkilometerzahl mit 0,30 Euro mal. Das Ergebnis können Sie steuerlich in der Anlage V als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung geltend machen.

Schicken sie dazu die Auflistung mit Ihren Fahrten dem Finanzamt mit Ihrer restlichen Steuererklärung mit. So haben Sie gute Chancen, dass Ihnen die Fahrtkosten als Werbungskosten anerkannt werden.

Wer zu häufig zu seinem Mietshaus fährt, darf nur die einfache Strecke absetzen

Das Finanzamt ist bei den Fahrtkosten strenger, wenn Sie zu häufig und regelmäßig zu Ihrem Mietshaus fahren. So war es auch in dem Fall gewesen, der vor dem Bundesfinanzhof landete.

Der Vermieter hatte in seinen Mietwohnungen für längere Zeit eine Baustelle errichtet. Volle 165 bzw. 215 Mal war er im Streitjahr immer wieder dorthin gefahren. Hier entschieden die Richter: Weil der Vermieter so oft dorthin gefahren war, sei das vergleichbar mit der regelmäßigen Tätigkeitsstätte eines Arbeitnehmers.

Deswegen durfte der Vermieter nicht mehr die tatsächlich gefahrene Kilometerzahl von der Steuer absetzen, sondern nur noch die einfache Strecke, sprich eine Entfernungspauschale.

Allerdings, so die Richter, sei ein solcher Fall ungewöhnlich. Denn normalerweise fahre ein Vermieter nicht arbeitstäglich zu seinem Mietobjekt. Deswegen stehen Ihre Chancen, die volle Strecke vom Finanzamt als Fahrtkosten anerkannt zu bekommen, sehr gut!