Da steht es nun, mitten auf der Terrasse: das Pavillon-Zelt. Schon etwas vermoost und vom Wind gebeutelt. Kurzum: Es ist kein schöner Anblick!

Obwohl es stinkt und hässlich ist: Das Zelt darf stehen bleiben

Aber Ihr Mieter liebt es, dort gemütlich im Schatten Kaffee zu trinken. Sie dagegen finden das Zelt unansehnlich, optisch störend und noch dazu bei prasselndem Regen viel zu laut. Ganz zu schweigen davon, dass es nach längerer Nutzungszeit leider auch noch übel nach Moder riecht.

Dennoch gilt: Das Zelt darf stehen bleiben (LG Hamburg, Urteil v. 30.08.2007, 311 S 40/07, WM 2007, S. 681)!

Für den Mieter gilt: Nicht abbauen, aber putzen

Einen kleinen Teilsieg hatte der Vermieter dennoch errungen, denn er kann darauf bestehen, dass der Mieter es zumindest regelmäßig putzt!

Da hilft es Ihnen auch nicht, wenn Sie Ihrem Mietvertrag eine Gartenordnung beigefügt hatten, wonach es Ihrem Mieter verboten ist, Sommerlauben und ähnliche Aufbauten, Pfähle, Planken usw. zu errichten.

Weil ein Pavillon-Zelt aber weder dauerhaft im Boden verankert noch beispielsweise an einer Mauer angeschraubt ist, fällt es nicht unter dieses Errichtungsverbot.

Trennen Sie strikt die Allein- von der Mitbenutzung

Ist der Mieter dagegen zusammen mit Mitmietern zur Nutzung eines 2.000 m² großen Gartens berechtigt, darf er darauf nicht Liegestühle, Blumenkübel, Strandkörbe und andere Gegenstände dauerhaft aufstellen (LG Berlin, Urteil v. 27.01.2006, 63 S 287/05, GE 2006, S. 579).

Holt er morgens seine Liege aus dem Keller und stellt er sie abends wieder weg, ist das allerdings kein Problem, denn das ist ja noch keine dauerhafte Nutzung.