Das häusliche Arbeitszimmer von der Steuer absetzen, das können Sie unter bestimmten Voraussetzungen auch als Angestellter. Dann allerdings sind die absetzbaren Kosten gedeckelt, und zwar auf 1.250 Euro. Gilt das pro Person? Oder pro Arbeitszimmer? Der BFH sagt: pro Person! Freuen können sich darüber alle Steuerzahler, die ein Arbeitszimmer gemeinsam nutzen. 

Im Streitfall ging es um ein Ehepaar. Es nutzte einen Raum in seinem Einfamilienhaus als gemeinsames Büro, weil beim jeweiligen Arbeitgeber kein entsprechender Raum zur Verfügung stand.

Da das heimische Büro bei keinem der beiden der Mittelpunkt der gesamten beruflichen und betrieblichen Tätigkeit war, stand von Anfang an fest: Die steuerlichen Abzugsmöglichkeiten waren auf 1.250 Euro beschränkt.

Ehepaar machte 1.250 Euro fürs Arbeitszimmer zwei Mal geltend

Kosten von insgesamt 2.800 Euro waren dem Ehepaar im Streitjahr entstanden. Davon wollte es –  verteilt auf zwei Personen –  2.500 Euro absetzen, also pro Person 1.250 Euro. Nix da, sagte das Finanzamt. Es bezog die absetzbaren Kosten auf das eine Arbeitszimmer statt auf die zwei Personen und gewährte besagte 1.250 Euro deshalb nur einmal.

Entscheidend ist die Zahl der Personen und nicht der Räume

Der Bundesfinanzhof gab aber dem Ehepaar Recht. Entscheidend sei hier nicht, dass es nur ein Arbeitszimmer gab. Sondern entscheidend sei vielmehr, dass zwei Personen es nutzten. Entsprechend könne jede dieser Personen den absetzbaren Maximalbetrag ausschöpfen. Ein steuerzahlerfreundliches Urteil, das Sie sich merken sollten (BFH, Urteil v. 15.12.2016, VI R 53/12).