Büroimmobilien bleiben die bevorzugte Assetklasse unter den deutschen Gewerbeimmobilien. Laut Helge Scheunemann, Head of Research JLL Germany, ist ihr Anteil am gesamten Investmentvolumen gegenüber dem Vorjahresergebnis konstant bei 45 Prozent gehalten worden. Mit rund 25 Milliarden Euro, die es 2017 werden könnten, wäre das zweithöchste Ergebnis nach 2007 erzielt.

Einzelhandelsimmobilien bleiben auf Platz zwei. Ihr Anteil wird sich laut Scheunemann allerdings auf etwa 20 Prozent reduzieren. Investoren sehen Einzelhandelsimmobilien mittlerweile kritisch, auch weil sie mit sehr langen Verkaufsprozessen verbunden sind.

Demgegenüber hat die starke Nachfrage nach Logistikimmobilien laut Scheunemann auch 2017 angehalten. Hier sorgt vor allem der wachsende E-Commerce-Handel für eine expansive Nutzernachfrage. Immer mehr Investoren nehmen diese Assetklasse in den Fokus. Bis Ende 2017 werden Scheunemann zufolge rund 15 Prozent des Transaktionsvolumens in Deutschland auf Logistikimmobilien entfallen. Das macht etwa acht Milliarden Euro aus.

Knapp die Hälfte des gewerblichen Transaktionsvolumens in Deutschland insgesamt wird laut Tschammler voraussichtlich von ausländischen Investoren getätigt werden. Vor allem asiatische Investoren sind im Vergleich zu den vergangenen Jahren deutlich aktiver und werden nach Prognosen von JLL einen Anteil rund zehn Prozent erreichen. 

Laut Hela Hinrichs, JLL EMEA Research, ist London zwar noch die Investmentmetropole Europas mit einem Anteil von 31 Prozent (54,6 Milliarden US-Dollar) am gesamten gewerblichen Transaktionsvolumen, Deutschland holt aber mit 22 Prozent (37,5 Milliarden US-Dollar) und damit einem Plus von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr auf.

Das Flächenumsatzvolumen wird JLL zufolge 2017 alleine in den Big 7 (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart) voraussichtlich 3,85 Millionen Quadratmeter erreichen und damit nur leicht drei Prozent unter dem Rekordniveau des Vorjahres liegen. Berlin mit zirka 900.000 Quadratmetern und München mit etwa 800.000 Quadratmetern werden als umsatzstärkste Märkte unter den Big 7 erwartet. 

Vor allem flexible Büroarbeitsplätze sind gesucht worden. Anbieter von Coworking-Flächen mieteten viele neue Büros an. Ihr Anteil am Büroflächenbestand beträgt zwar deutlich weniger als ein Prozent – gemessen am Flächenumsatz werden sie 2017 jedoch rund fünf Prozent erreichen, prognostiziert Scheunemann.

Für 2018 erwartet der Leiter der JLL-Research-Abteilung einen weiterhin dynamischen Vermietungsmarkt, der mangels neuer und moderner Flächen aber nicht an das Ergebnis von 2017 anknüpfen können wird.

Die Leerstandsquote in Büroimmobilien in den Big 7 wird nach Angaben von JLL zum Jahresende auf voraussichtlich 4,8 Prozent sinken und damit auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren fallen.

Produktarmut war ein Attribut des Jahres 2017 vor allem im Bürosegment, so Scheunemann.

Damit einher ging ein Ausweichen auf Märkte abseits der Big 7, fährt Scheunemann fort. Außerdem nahm die Anzahl der Investoren zu, die sich auf ihrer Suche nach Rendite und Investments auf Projektentwicklungen fokussierten – und zwar überwiegend in den Big 7.

Die so genannten Forward Fundings haben sich laut Scheunemann in Bezug auf ihr Volumen innerhalb von zwei Jahren verdoppelt. Ein Beispiel ist der Springer-Neubau in Berlin, der erst 2019 fertiggestellt wird oder das Grand Central Frankfurt, bei dem die Fertigstellung sogar erst für 2020 anvisiert ist.

Aus Sicht Timo Tschammlers sind die Perspektiven für das nächste Jahr durchweg positiv. Es gäbe keinerlei Anlass zu der Annahme, dass der immobilienkonjunkturelle Höhenflug in einen Sinkflug überginge.