Eine Erhöhung der linearen AfA für den Wohnungsneubau würde laut Empirica die Entwicklung noch beschleunigen. Sollte die neue Bundesregierung eine erhöhte AfA beschließen, würden angesichts der Baulandknappheit die Preise weiter ins Kraut schießen, heißt es. Dabei spiele es in der aktuellen Marktphase keine Rolle mehr, ob „nur“ die lineare AfA erhöht oder eine degressive AfA wiederbelebt werde.

Empirica zufolge drohen in den sieben Top-Städten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart Preiseinbrüche von knapp 30 Prozent. Noch mehr Fertigstellungen, weniger Zuwanderung oder eine Zinswende könnten die Preise um weitere 20 Prozent drücken.

Wie schon im zweiten Quartal 2017 erkennt Empirica für acht von zwölf Großstädten eine „eher hohe“ und für 195 von 402 Kreisen eine mäßige bis hohe Blasengefahr. In Essen und in Dresden ist die Gefahr „mäßig hoch“, in Leipzig „gering“ und in Dortmund sogar „sehr gering“.

Die größeren Gefahren lauern Empirica zufolge künftig außerhalb der Schwarmstädte: Neben Preiseinbrüchen drohen dort eher zunehmende Leerstände. Dort gebe es kaum Suburbanisierung und damit wenig Pufferpotenzial von Haushalten, die bei abklingenden Preisen wieder zurück in die Stadt ziehen könnten. In 17 Kreisen werden zu viele Wohnungen gebaut. Im Vorquartal waren es acht Kreise und vor drei Jahren 27.

Erstmals seit 13 Jahren liegt der Empirica-Blasenindex über der Nulllinie. Beiträge im dritten Quartal kommen auch über die Einzelindizes „Preis-Einkommen“ (plus sechs Punkte) und “Vervielfältiger“ (plus drei Punkte), während der Einzelindex „Wohnungsbaukredite“ im dritten Quartal unverändert bleibt.