Wie würden Sie sich wünschen, dass Ihr Mieter die Wohnung verlässt? Am liebsten doch sicherlich frisch gestrichen und alles blitz blank geputzt.

Ja, es gibt noch solche Mieter, die Ihre Wohnung tatsächlich so vorbildlich hinterlassen, die den Boden nochmals feucht wischen und die Fenster putzen. Und zwar unabhängig davon, ob Ihre Renovierungsklausel wirksam ist oder nicht. 

Doch was, wenn Ihr Mieter weniger putzfreudig ist: Können Sie ihn beim Auszug zwingen, zum Lappen zu greifen?

Mieterauszug: Wie Ihr Mieter die Wohnung verlassen muss

Eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein: Eine Wohnung sollte frisch gestrichen und sauber hinterlassen werden.

Renovieren muss der Mieter jedoch nur, wenn Sie die Renovierung wirksam per Klausel auf ihn übertragen haben. Außerdem muss zum Auszugszeitpunkt die Renovierung fällig und notwendig sein.

Wie sauber Ihr Mieter beim Auszug putzen muss

Doch wann und wie sauber muss der Mieter putzen?  

Geht es nach den Gerichten, muss der Mieter glatte Böden nur gut kehren und Teppichböden lediglich saugen. Leichter Staub auf glatten Böden, der nur durch feuchtes Aufwischen zu beseitigen ist, darf bleiben, sofern Sie mit dem Mieter nur einen «besenreinen» Zustand vereinbart haben.

Der Mieter muss beim Auszug nicht die Fenster putzen

Für die Fenster gilt: Der Mieter muss die Fenster nicht frisch putzen, selbst wenn sie leicht verstaubt sind. Allerdings muss er selbst bei einer besenreinen Rückgabe die Spinnweben an den Fenstern entfernen – sogar im Keller (BGH, Urteil v. 28.6.2006, VIII ZR 124/05-2).

Für eine Rückgabe im sauberen Zustand gilt: Die Fenster gelten noch als sauber, wenn eine Reinigung nach durchschnittlichem Verständnis noch nicht notwendig ist.

Zur vertraglichen Rückgabepflicht aus § 546 BGB gehört nicht, dass der Mieter die Fenster reinigt, weil das nach Ansicht der Gerichte nicht mehr zur Rückgabeverpflichtung des Mieters gehört (LG Berlin, Urteil v. 8.3.2016, 63 S 213/15).