Ab morgen steht Köln wieder Kopf – die fünfte Jahreszeit naht. Nichts geht mehr, alle sind im Jecken-Fieber. Selbst der Gesetzgeber lockert die Regelungen.

Jecken dürfen Krach beim Umzug machen

Vermieter und Hauseigentümer müssen sich auf sechs laute Karnevalstage einstellen. Ohne Musik und Feierei ist Karneval in den Hochburgen Köln, Düsseldorf und Mainz undenkbar. Statt des üblichen Lärmpegels von 50 Dezibel in Wohngebieten sind während Umzügen 70 Dezibel zugelassen.

In den Karnevalshochburgen ist mehr Toleranz gefragt

Auch die vorgeschriebenen Ruhezeiten ab 22 Uhr gelten nicht. Nach einem Urteil (AZ: 532 Owi 183/96) des Amtsgerichts Köln werden laute Stereoanlagen und trommelnde Gaststättenbesucher seit Jahrzehnten akzeptiert.

Insbesondere von Rosenmontag auf Karnevalsdienstag kann von Nachtruhe nicht die Rede sein. Karnevalsmuffel müssen dann Reißaus nehmen oder Ohrenstöpsel tragen.

Was aus dem Müll wird

Beispiel Köln: Während des Kölner Rosenmontagszugs werfen die Jecken rund 300 Tonnen Süßigkeiten, 700.000 Schokoladen, 220.000 Pralinenschachteln und über 300.000 Blumensträußchen in die jubelnde Menschenmenge am Straßenrand. Nach dem Umzug herrscht ein heilloses Chaos auf den Straßen. Übrig bleiben festgetretene Kamelle, tonnenweise Konfetti und Glasscherben. Und das nicht wenig: 50 Tonnen Müll müssen beseitigt werden.

Traditionell bilden die Müllmänner im orangefarbenen Alltagskostüm die letzte Fußgruppe des Zuges. Allein auf der 8,2 Kilometer langen Rosenmontagsstrecke werden rund 228 Mitarbeiter der Abfallwirtschaftsbetriebe Köln (AWB) eingesetzt. Mit Kehrmaschinen, Waschwagen und Pressmüllfahrzeugen stellt der AWB bis Aschermittwoch das alte Stadtbild wieder her.