Wenn es nach der Bundesregierung geht, soll der Einbau von intelligenten Stromzählern ab 2020 für alle Privathaushalte verpflichtend vorgeschrieben werden. Grundlage für den Einbau der sogenannten Smart Meter ist der Gesetzesentwurf zur Digitalisierung der Energiewende (18/7555), mit dem eine EU-Richtlinie umgesetzt werden soll. 

Nach dem Gesetzesentwurf zur Digitalisierung der Energiewende müssen ab 2017 zunächst Großabnehmer, die mehr als 10.000 Kilowattstunden Strom verbrauchen, „Smart Meter“, das heißt intelligente Messsysteme, einbauen. Ab 2020 soll diese Einbaupflicht auch für Privathaushalte mit einem Verbrauch von über 6.000 Kilowattstunden gelten. Bei niedrigerem Verbrauch kann der Eigentümer und Vermieter oder auch der Netzbetreiber selbst über den Einbau entscheiden.

Der Verband Wohneigentum fordert keinen Zwang zum Einbau von Smart Metern im privaten Bereich. Durch Information der Kunden und gegebenenfalls Förderung kann eine freiwillige Investition unterstützt werden. Für Datenerhebung muss stets das Prinzip Datensparsamkeit gelten. Aber vor allem spricht die Kosten-Nutzen-Relation gegen eine neue Belastung privater Haushalte.

Wie Smart-Meter funktionieren

Der Smart Meter registriert, wann und wie viel Strom verbraucht wird. Diese Informationen können dabei helfen, Strom zu sparen, denn Smart Meter können den Energieverbrauch kontrollieren und sogar steuern. Ob dies gelingen wird, ist allerdings umstritten. Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) geht die Kosten-Nutzen-Rechnung für Privatverbraucher meist nicht auf. Sie würden für den Einbau und die Wartung der modernen Zähler bis zu 100 Euro pro Jahr zahlen müssen, aber hätten nur ein sehr geringes Einsparpotenzial. Eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK), die der vzbv in Auftrag gegeben hat, bestätigt: Für einen Großteil der Verbraucher lohnt sich der Umstieg auf intelligente Messsysteme nicht, es sei denn, man nutzt eine energieintensive Speicherheizung.