Ab Januar 2017 steigt die Grunderwerbsteuer in Thüringen auf 6,5 Prozent. Bisher lag der dortige Steuersatz bei 5 Prozent. Damit sind es im nächsten Jahr schon 5 Bundesländer, die bei jedem Hauskauf 6,5 Prozent verlangen.

Grunderwerbsteuer: Wie viel die Erhöhung ausmacht

Angenommen, Sie kaufen ein Einfamilienhaus für insgesamt 300.000 Euro. Wären es, wie in Bayern, nur 3,5 Prozent Grunderwerbsteuer, so beliefe sich die Steuerlast auf 10.500 Euro.

Bei 5 Prozent, wie in Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Bremen, Hessen, Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und bis Ende 2016 noch in Thüringen, wächst die Steuerlast schon auf 15.000 Euro an.

Und bei 6,5 Prozent zahlen Sie stolze 19.500 Euro an den Staat.

Baden-Württemberg: Erhöhung vorläufig vom Tisch

Übrigens gab es auch in Baden-Württemberg Überlegungen, die Grunderwerbsteuer zu erhöhen. Diese Überlegungen sind aber inzwischen vom Tisch.

„Zunächst“, wie es hieß. Man darf gespannt sein, wie lange dieses „Zunächst“ anhält. Einzig Bayern hat bislang der Versuchung widerstanden, die Grunderwerbsteuer zu erhöhen. Hier ist es bei 3,5 Prozent geblieben, also bei dem Steuersatz, den ursprünglich der Bund vorgegeben hatte.

Wichtig: Bei Erbauseinandersetzung fällt keine Steuer an

Sie sollten jedoch wissen: Wenn Sie – etwa zusammen mit Ihren Geschwistern – ein Gebäude erben und es im Rahmen der Erbauseinandersetzung an einen der Miterben verkaufen, dann entfällt diese Steuer. Ein Erbe kann also die Anteile seiner Miterben steuerfrei erwerben.

Sehr wohl wird aber Grunderwerbsteuer fällig, wenn an Nicht-Erben verkauft wird. Sobald also ein fremder Dritter die geerbte Immobilie kauft, ist die Veräußerung nicht mehr steuerfrei.

So sparen Sie bis zu 15 Prozent bei der Grunderwerbsteuer

Abseits von einer Erbauseinandersetzung gibt es keine legale Möglichkeit, die Steuer ganz zu umgehen. Sehr wohl aber können Sie die Steuersumme auf legalem Weg reduzieren. Lassen Sie sich im notariellen Kaufvertrag all die Dinge herausrechnen, die als „bewegliches Inventar“ gelten und nicht fest mit der Immobilie verbunden sind. Getrennt im Kaufvertrag ausweisen lassen können Sie beispielsweise:

• Küche (auch Einbauküche, obwohl fest mit der Immobilie verbunden)
• Sauna
• Gartenhaus
• Markisen
• Schränke (sofern es keine fest installierten Wandschränke sind)
• Heizöl im Tank
• Gartenmöbel

Aber Vorsicht: Bis zu 15 Prozent des Kaufpreises akzeptiert das Finanzamt in der Regel anstandslos. Wenn Sie diesen Anteil aber überschreiten, dann haben Sie häufig ein Nachweisproblem. Denn dann verlangt die Steuerbehörde einen Beleg für den Wert dieses Inventars – und ohne Anschaffungsrechnung dürfte das schwierig werden. Halten Sie sich also lieber an diese Grenze!