Der Bundesfinanzhof hatte schon länger grünes Licht gegeben, einen bezahlten Winterdienst als „haushaltsnah“ anzuerkennen, auch wenn er beispielsweise vor dem Grundstück Schnee schippt: auf dem angrenzenden Gehweg (BFH, Urteil v. 20.3.2014, VI R 55/12 und VI R 56/12).

Ein besonders knauseriges Finanzamt wollte ursprünglich nur den Teil der Arbeiten anerkennen, der direkt auf dem Grundstück des Hauseigentümers stattfand.

„Haushaltsnah“ heißt nicht unbedingt „im Haushalt“

Die Finanzverwaltung hat sich allerdings Zeit damit gelassen, diese Urteile zu berücksichtigen. Jetzt endlich hat das Finanzministerium Stellung bezogen und den Begriff „haushaltsnah“ deutlich weiter ausgelegt als bisher (BMF-Schreiben v. 9.11.2016,  IV C 8 – S 2296 – b/07/10003 :008).

Das gilt übrigens nicht nur für haushaltsnahe Dienstleistungen, sondern auch für haushaltsnahe Handwerkerleistungen.

Haushaltsnahe Dienstleistung: Damit können Sie 4.000 Euro Steuern sparen

Bei allen Arbeiten im Haushalt, die normal ein Mitglied des Haushalts selbst erledigen könnte, spricht man von „haushaltsnahen Dienstleistungen“. Übernimmt ein Fremder oder ein Unternehmen stattdessen diese Aufgabe gegen Geld, können Sie die Kosten als haushaltsnahe Dienstleistung von der Steuer absetzen.

Kocht, putzt, mäht oder schneidet jemand die Hecken für Sie, können Sie 20 % der Rechnungssumme, maximal aber 4.000 Euro pro Jahr steuerlich absetzen. Gleiches gilt – so war es im zitierten Urteil – wenn Sie einen Hausmeisterdienst z. B. mit dem Schneeschippen und Streuen beauftragen.

Lassen Sie diese Arbeiten durch einen angestellten Minijobber erledigen, beläuft sich der absetzbare Maximalbetrag auf 510 Euro pro Jahr.

Haushaltsnahe Handwerkerleistung: Anschlussgebühren & Co.

Haushaltsnahe Handwerkerleistungen sind Dienste, die typischerweise ein Unternehmen erbringt. Typische Fälle sind z. B. Fliesenlegen, Tapezieren, Schornsteinfegen etc.

Erfreulich: Jetzt gehören auch die Anschlussarbeiten dazu, die im direkten Zusammenhang mit Ihrem Grundstück stehen. So zum Beispiel, wenn der Abwasseranschluss neu gelegt, Ihr Haus ans Erdgasnetz angeschlossen oder wenn die Stromleitungen erneuert werden müssen.

Die Rechnung dafür können Sie steuerlich geltend machen. Auch hier sparen Sie 20 % der Rechnungssumme an Steuern. Berücksichtigt werden allerdings nicht nur Lohn- und Materialkosten, sondern auch die An- und Abfahrtskosten, nicht jedoch die Materialkosten. Maximal 1.200 Euro können Sie damit pro Jahr von der Steuer absetzen.