Normalerweise gilt: Die Kosten für Heil- und Hilfsmittel können Sie als „außergewöhnliche Belastung“ absetzen, wenn sie zwangsläufig nötig sind. Um das nachzuweisen, brauchen Sie ein ärztliches Attest. Ob das auch für eigens eingebaute Treppenlifte gilt, musste jüngst der Bundesfinanzhof entscheiden.


18.000 Euro hatte ein Ehepaar für den Einbau eines Treppenlifts ausgegeben. Diese Kosten machte es als „außergewöhnliche Belastung“ in der Steuererklärung geltend. Aber vergeblich.

Das Paar hätte vorher ein ärztliches Attest oder ein amtsärztliches Gutachten einreichen müssen, um nachzuweisen, dass der Einbau zwangsläufig nötig sei, so das Finanzamt. Ein Einspruch gegen diese Entscheidung scheiterte ebenso wie (zunächst) eine Klage vor dem zuständigen Finanzgericht.

BFH: Zwangsläufigkeit lässt sich auch anders nachweisen
In letzter Instanz kippte der Bundesfinanzhof jedoch beide Entscheidungen. Die Richter stellten klar: Als außergewöhnliche Belastung ließen sich zwar nur Kosten absetzen, die zwangsläufig sind. Ein Treppenlift wäre also ohne entsprechende Gehbehinderung nicht absetzbar.

Diese Zwangsläufigkeit müsse aber nicht unbedingt durch ein ärztliches Attest oder ein amtsärztliches Gutachten nachgewiesen werden. Die medizinische Notwendigkeit sei auch durch andere Belege nachweisbar (BFH, 06.02.2014, Az. VI R 61/12). Auch durch „nicht formalisierte“, also durch Beweise, die keiner bestimmten Formvorschrift entsprechen.

Finanzgericht muss nun neu entscheiden
Der Bundesfinanzhof verwies den Fall zurück an das zuständige Finanzgericht. Das muss nun ein Sachverständigengutachten einholen oder andere Beweise finden, die für oder gegen die medizinische Notwendigkeit des Treppenlifts sprechen.