Angenommen Ihr Mieter zieht schon vor Ende der Mietzeit aus, weil beispielsweise sein neues Haus doch schon früher fertig geworden ist. Eigentlich würde sein Mietvertrag noch bis Ende Januar laufen. Dennoch zieht er bereits Anfang Dezember aus. Und jetzt?

Trotz Auszug: Die Mieterpflichten laufen weiter

Um eines gleich vorweg zu nehmen: Die Mieter- und die Vermieterpflichten enden erst mit dem Mietvertragsende. So lange muss Ihr Mieter also noch die volle Miete zahlen!

Das bedeutet: Zieht Ihr Mieter im Dezember aus, obwohl sein Mietvertrag noch bis Ende Januar des nächsten Jahres läuft, muss er Ihnen dennoch die volle Miete einschließlich die Heiz- und Betriebskostenvorauszahlungen überweisen – und das bis zum „offiziellen“ Mietvertragsende.

Dies gilt auch dann, wenn der Mieter schon vor Vertragsende auszieht.

Was aus den Hausordnungspflichten Ihres Mieters wird

Was für die Miete gilt, gilt auch für die Hausordnungspflichten wie z. B. die Treppenhausreinigung: Auch die laufen trotz des vorzeitigen Auszugs bis zum Ende der Mietzeit weiter.

Kann der Mieter die Treppenhausreinigung nicht selbst ausführen, weil er beispielsweise schon kilometerweit weggezogen ist, muss er sich bis zum Mietvertragsende um Ersatz bemühen.

Putzt er das Treppenhaus nicht, obwohl er müsste, müssten Sie ihn normalerweise abmahnen und eine Nachholfrist setzen, bevor Sie einen Reinigungsdienst damit beauftragen dürfen. Ob sich dieses Prozedere aber noch lohnt, müssen Sie entscheiden.

Einen „offiziellen Anspruch“ hätten Sie jedenfalls darauf!

Lüften und Heizen bleibt bis zum offiziellen Mietvertragsende Pflicht!

Zu den Mieterpflichten gehört auch, für das regelmäßige Beheizen und Belüften des Wohnraums zu sorgen – und zwar auch dann, wenn der Mieter vor Ablauf des Mietvertrags bereits ausgezogen ist und mittlerweile schon kilometerweit weit weg wohnt.

Unterlässt der Mieter das Heizen während der Wintermonate, liegt eine erhebliche Pflichtverletzung vor (LG Berlin, Urteil v. 22.1.2014, 65 S 268/13).

Allerdings muss auch wirklich eine Auskühlung der Räume bzw. ein Feuchtigkeitsschaden für die Wohnung drohen. Dreht der Mieter die Heizkörper lediglich bis zum „Frostzeichen“ auf, reicht das in der Regel zum Erfüllen seiner Heizpflicht.

Ab wann Sie als Vermieter in die Wohnung dürfen

So lange der Mietvertrag noch läuft, dürfen Sie die Wohnung des Mieters nicht betreten, es sei denn, der Mieter hat es Ihnen ausdrücklich erlaubt. Lassen Sie die Wohnung bereits vor Ablauf des Mietvertrags renovieren oder modernisieren, nehmen Sie dem Mieter damit das Besitzrecht.

Mit teuren Folgen: Ab diesem Zeitpunkt muss Ihnen der Mieter keine Miete mehr zahlen!