Ihnen gefällt schon lange nicht, was Ihr Nachbar da auf Ihrem Nachbargrundstück so anhäuft: Plastiktüten, Einrichtungsteile, organische Stoffe, die sich faulig riechbar zersetzen. Doch was können Sie gegen den Anblick und den üblen Geruch vom Nachbargrundstück unternehmen?

Sie können Ihre Gemeinde informieren, falls Sie befürchten, dass durch den Müll Schädlinge wie z. B. Ratten angelockt werden.

Müll auf dem Nachbargrundstück: Wann´s gefährlich für Sie wird

Das Lagern von Müll auf dem Grundstück kann nämlich eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellen, wenn dadurch Schädlinge angelockt werden. In solch einem Fall kann die Gemeinde anordnen, dass der Müll entfernt werden muss.

Reagiert der Eigentümer nicht auf dieses Ultimatum, darf die Gemeinde den Abfall von einem Unternehmen entsorgen lassen. Das hat das Verwaltungsgericht in Münster jetzt entschieden (VG Münster Urteil v. 24.8.2016, 7 L 1222/16).

Müllsammler: Wann die Gemeinde einschreiten muss

Die Gemeinde darf dann einschreiten, wenn anders als durch eine schnelle Müllbeseitigung das Gefährdungspotenzial durch den gesundheitsgefährdenden Abfall nicht abgewendet werden kann.

Vom Müll angelockte Schädlinge könnten nämlich Krankheiten übertragen und damit den Grundstücksbesitzer und seine Nachbarn in Gefahr bringen, heißt es in dem Urteil des Verwaltungsgerichts.

Der Eigentümer darf Gegenstände, die er noch für brauchbar hält, vorher aussortieren. Trotzdem darf die Gemeinde die angeordnete Entrümpelung sofort vollziehen.

Denn das Interesse des Eigentümers an einem Werterhalt einiger dort gelagerter Gegenstände wiegt weniger schwer als das öffentliche Interesse am Beseitigen des Abfalls.