Es duftet nach frischer Wäsche. Tatsächlich hat Ihre Mieterin im kalten Schlafzimmer auch noch einen Wäscheständer stehen. An den gekippten Fenstern läuft bereits die Feuchtigkeit runter. 

Wäsche trocknen in der Wohnung: Das ist vielen Vermietern ein Dorn im Auge. Sie befürchten, dass sich wegen der Feuchtigkeit Schimmel bildet – und verbieten deshalb schon per Mietvertrag oder Hausordnung, die Wäsche in den eigenen vier Wänden zu trocknen. Doch ist eine solche Klausel überhaupt wirksam? 

Will der Mieter seine Wäsche auf dem Wäscheständer in der Wohnung trocknen, können Sie ihm das als Vermieter nicht verbieten.

Bei „normalen Wäschemengen“ ist das Trocknen von Wäsche in der Wohnung oder auf dem Balkon grundsätzlich erlaubt, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung des  R+V-Infocenters.

Schimmelgefahr: Der Mieter muss genügend lüften

Waschen gehört zu den Kernbereichen des Wohnens„, sagt Michael Rempel, Jurist beim Infocenter der R+V Versicherung. „Das gilt sogar, wenn  im Haus ein Trockenboden oder eine Waschküche vorhanden sind.

Niemand kann von den Mietern verlangen, dass sie sich einen elektrischen Wäschetrockner zulegen.

Allerdings haben die Bewohner auch Pflichten. Sie müssen zum Beispiel ausreichend lüften, damit die zusätzliche Feuchtigkeit von der Wäsche abziehen und sich an Wänden und Decken kein Schimmel bilden kann.

Entstehen durch das Wäschetrocknen Feuchtigkeitsschäden, haftet der Mieter.

Wäscheständer auf dem Balkon ist erlaubt

Der Mieter darf auf seinem Balkon in ungefährer Brüstungshöhe einen Wäscheständer aufstellen, um dort seine Wäsche zu trocknen.

Auch das ist noch erlaubt. Dadurch leidet nach Ansicht des Amtsgerichts Euskirchen noch nicht der optische Gesamteindruck Ihres Hauses (AG Euskirchen, Urteil v. 11.1.1995, 13 C 663/94, WM 1995 S. 310).