Noch sind es alles Planungen. Doch so, wie es aussieht, werden das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz und das Bundesfinanzministerium nun grundsätzlich die Kreditvergabe erleichtern. Der Verband Wohneigentum kritisiert die bisherige Wohnimmobilienkreditrichtlinie als „Verbraucherschutz, der nach hinten losgeht“ – und unterstützt dieses Vorhaben in einer Pressemitteilung. „Wir erwarten, dass die Ankündigung nicht auf halbem Wege steckenbleibt, sondern zu wirklichen Erleichterungen bei Krediten zum Erwerb und zur Sanierung von selbstgenutztem Wohneigentum führt“, betont Manfred Jost, Präsident des Verbands Wohneigentum.

Hauptproblem der Ende März in Kraft getretenen Wohnimmobilienkredit-Richtlinie sei vor allem die Auswirkung auf drei Adressatenkreise: Junge Familien, die mit wenig Eigenkapital Wohneigentum erwerben wollen; Familien, die ein Anschlussdarlehen benötigen, wo sich aber die Einkommensverhältnisse etwa wegen der Geburt eines Kindes, geändert haben und Eigenheimbesitzer, die in den Ruhestand gegangen sind und das Haus altersgerecht umbauen wollen.

Hintergrund ist, dass die neue Richtlinie vorschreibt, dass die Banken sicherstellen müssen, dass die Kreditnehmer ihre Kredite auch innerhalb der vorgesehenen Kreditlaufzeit tatsächlich zurückzahlen müssen – sonst droht ihnen womöglich die Haftung. Das sorgte im März für eine gewisse Unruhe, einige Banken zogen die Bremse bei der Kreditvergabe – viele Banken behaupten seitdem, dass es schwieriger sei, einen Kredit zu bekommen und die neue Richtlinie deshalb dem Geschäft schade. Dem widersprach allerdings die Bundesbank in einer eigenen Auswertung.

Verbraucherschützer sind unterschiedlicher Meinung

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mag deshalb auch nicht uneingeschränkt ins gleiche Horn stoßen: Nachdem die EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie im März 2016 in deutsches Recht umgesetzt worden ist, soll mit dem vorliegenden Gesetzentwurf nun punktuell nachgebessert werden. Dabei geht es auch um Regelungen zur Kreditwürdigkeitsprüfung. „Die Politik reagiert geradezu reflexartig auf Wünsche der Banken. Unzulänglichkeiten für Verbraucher werden im Gesetzentwurf jedoch nicht thematisiert“, kritisiert so Dorothea Mohn, Teamleiterin Finanzmarkt , in einer Pressemitteilung.

So bewertet der Verband Wohneigentum: „Für die Kreditvergabe gelten zurzeit nach strengster Auslegung der Richtlinie höchst problematische Kriterien.“ Und benennt dabei eigentlich Selbstverständlichkeiten, die bei einer Kreditvergabe nachgewiesen werden müssen, nämlich dass der Immobilienkäufer Zins und Tilgung dauerhaft aus seinem zu erwartenden Einkommen aufbringen kann.

Er bemängelt danach, dass Bürgschaften der Eltern für ein junges Paar oder Objektwert der Immobilie als Grundlage nicht mehr eingebracht werden könnten. „Wer zum momentanen Zeitpunkt des Kreditwunsches nicht genügend Geld aus eigenem, laufendem Einkommen zur Rückzahlung hat oder wessen statistische Lebenserwartung der vollständigen Rückzahlung einen Strich durch die Rechnung macht, soll sich nicht verschulden“, so weiter in der Pressemitteilung.